Konzert der Jugendkapelle

Ausspruch: „Wir sind 33 Musiker, unser Durchschnittsalter beträgt knapp 15 Jahre - ohne unseren Dirigenten Arno. Mit ihm erhöht sich das auf mindestens 40“.Felicitas Lutz bei der Vorstellung der Kapelle.
Auszeichnungen: Den Bläserlehrgang in Silber bestanden Stephan Haf und Leonie Kreutzer und in Bronze Lisa Schmölz (von links). Dafür wurden sie mit dem entsprechenden ASM-Zeichen und einer Urkunde durch Bezirksjugendleiter Herbert Schubert ausgezeichnet. In einem kurzen Grußwort zeigte dieser sich erfreut über die hohe Qualität des Konzerts und dankte besonders den Eltern, die ihren Kindern die Ausbildung an einem Musikinstrument ermöglichen. "Am Anfang klingt nicht alles schön, was man da zuhause beim Üben zuhören bekommt" schmunzelte er. Er lobte die Mädchen und Jungen für ihr Durchhaltevermögen in den letzten Wochen, das erfolgreiche Ergebnis bekomme man an diesem Sonntagvormittag zu hören.
Die Disziplin der Kapelle ließ kurzzeitig zu wünschen übrig: Beim Stück "Musican’s Strike“ ließen die Jugendlichen kurzzeitig ihrem eigenen Willen freien Lauf und „verulkten“ ihren Dirigenten Arno Hirschka.

 

Die Jugendkapelle Rieden- Hopfen begeistert ihre Zuhörer

 

Rieden a. F. (cl). Engagierte Mädchen und Buben, zwei nicht minder engagierte Vorstände und ein Dirigent, der es versteht die Musikalität seiner "Zöglinge" zu fördern und zu fordern - das ist das Rezept, aus dem die Musikerinnen und Musiker der Zukunft geformt werden. "Gut drauf" war die Jugendkapelle Rieden/Hopfen um Dirigent Arno Hirschka auf jeden Fall am Sonntagvormittag im „Haus am Kalkofen“ bei ihrem 4. Jugendkonzert. Die ganze Bandbreite dieser jungen Truppe zeigt sich schon darin, dass sie das Konzert mit Marschmusik eröffnete und den "Tiger–Rag“ an den Schluss ihrer Aufführungen stellte.

Die historische Marschfolge "Aus alter Zeit", ein Potpourri arrangiert von Hans Hartwig, war das erste Stück, das die fünfzehnjährige Moderatorin Felicitas Lutz ihn bewährt souveräner Form ankündigte. Dazu gehörten unter anderem der "Coburger", der „Schwedische Kriegsmarsch" und der "Hohenfriedberger". Mit "Barocco", der den klassischen Charakter des Stückes erahnen ließ, wurde jedoch im modernen Stil gehalten und vorgetragen.

"Auf einen persischen Markt" nahmen die jungen Musiker ihr Publikum mit, in dem eine Prinzessin, ein Kalif, Bettler, Gaukler und Schlangenbeschwörer im Mittelpunkt standen. Dieses Intermezzo, in das auch eine Kamel-Karawane mit ihren Treibern musikalisch integriert war, ließ die Zuhörer sprichwörtlich einen orientalischen Basar mit allen seinen Gerüchen und seinem Stimmengewirr nachempfinden. Ein buntes Potpourri mit Titelmelodien aus internationalen Filmen der letzten Jahrzehnte folgte. Kinostreifen wie "Exodus", „Congacero", "Wunderland bei Nacht", "Winnetou" oder die "Die Brücke Kwai“ ließen die Filmerfolge mit ihren Stars wie Pierre Brice, Lex Barker oder Alec Guiness noch einmal vor dem geistigen Auge erscheinen. Gelungene Themen- und Tempiwechsel ließen dieses Medley zu einem angenehmen "Ohrenschmaus" werden. Nicht sehr weit her schien es mit der Autorität von Dirigent Arno Hirschka beim letzten Stück "Musican’s Strike“ vor der Pause zu sein, denn schon bald nach den ersten Takten verließen die ersten Jugendlichen die Bühne und schmissen dazu noch mit ihren Noten um sich. Es war wirklich "Streik“ angesagt - aber gezielt und gewollt. Als dann als letzte der Schlagzeuger und das Tenorhorn noch das Handtuch warfen und der "entnervte" musikalische Leiter vor leeren Stühlen stand, verabschiedete der volle Saal die Kapelle für diese lustige Einlage mit spontanem Applaus.

"Blue Overture“, eine moderne Ouvertüre mit raschen Tempo- und Taktwechseln war der Einstieg in den zweiten Teil. "Mit der Polka ‚Daheim in Böhmen’ möchten wir Ihnen beweisen, dass wir nicht nur moderne Blasmusik spielen können sondern auch traditionelles in unserem Repertoire haben“ so Moderatorin Felicitas Lutz - und das begeisterte Publikum klatschte verschiedene Passagen mit. „Indianerromantik“ vermittelten die fünf Sätze und den Satztiteln "The Great Spirit“, Buffalo Hunting“, „Smoking The Pipe“, „The Ghost Dance“ und „Pilgrims At Wounded Knee“. Alte indianische Melodien aus Süddakota lagen diesem Stücke zu Grunde und so hieß es auch "Dakota" nach einem Arrangements von Jacob de Haan. Mit Liedern des irischen Sängers Gilbert O’Sullivan, der zu Beginn der 70er Jahre zu den Weltstars gehörte und auch in Deutschland sehr populär war, setzte die Jugendkapelle am Ende ihres 90-minütigen Konzerts noch einmal einen musikalischen Glanzpunkt. Mit einem Medley seiner Erfolgstitel "Get Down“, „Clair“ und „Motrimony“ ging dieses vierte Jugendkonzert zur Ende. Die von einem begeisterten Publikum stürmisch geforderten Zugaben wurden mit der Polka "Musikantenlaune" und dem "Tiger-Rag" erfüllt.

Text und Bilder: Uwe Claus