Musikreise nach Frankreich

Bier und Käse hatten die Riedener ihren musikalischen Gastgebern, links Präsidentin Emilie Forest mit Bürgermeister Alain Denizot und ihrem Stellvertreter Pierre Montiel-Font und (1. und 2. von rechts).
Zum Ehrenmitglied der „Confrerie de Crocheurs de pommes“ (Verband der heimischen Apfelbauern) wurde mit Orden und Urkunde Vorstand Wolfgang Stöger „geschlagen“.
Nicht nur einzeln spielten die Kapellen sondern auch „grenzenlos“ zusammen.
Zusammen mit ihren Gastgebern gab kurz vor der Abfahrt noch ein Gruppenfoto vor der Stadthalle
Nicht nur Paris hat einen Triumphbogen – auch Dijon kann so etwas aufweisen wie dieses Foto mit einem Teil der Musikertruppe beweist. Fotos: Uwe Claus

Drei erlebnisreiche Tage bei französischen Freunden

Rund 1500 Kilometer waren die Aktiven der Musikkapelle Rieden am Forggensee anlässlich ihres Besuchs bei ihren Musikfreunden, der "Lyre Avermoise“ in Avermes, 200 km südlich von Dijon inmitten einer mittelfranzösischen, historischen Landschaft gelegen, unterwegs. Schon seit 1997 besteht diese Freundschaft und es war der dritte Austausch dieser Art, dreimal waren die französischen Freunde bereits in Rieden und nun war der dritte Besuch im Bourbonais fällig.
Bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag starteten sie über St. Gallen, Basel und Belfort zum ersten Etappenziel Dijon, der bekannten „Stadt des Senf“. Im Rahmen einer Stadtführung bekamen sie Informationen über die Entstehung der Stadt mit ihren mittelalterlichen Kern. Bei der Ankunft in Avermes (4000 Einw.) warteten die Gastgeber bereits auf ihre Gäste aus dem Allgäu, wo sie herzlich von den französischen Familien in ihre Quartiere abgeholt wurden. Wenn auch die Verständigung nicht immer ganz einfach war, trotz eines Gemischs aus französisch, englisch und deutsch klappte es immer wieder.
Das mit Terminen gefüllte Programm begann am selben Abend mit dem Empfang im städtischen "Hotel de Ville“, dem Rathaus. Bürgermeister Alain Denizot würdigte die lange und tiefe Freundschaft, die auch im persönlichen Bereich manche Wurzeln geschlagen habe und die auch aufzeige, dass Musik das Überwinden von Grenzen wesentlich erleichtert. "Es ist schön, langjährige Freunde wieder zu sehen und unser Besuch bedeutet einen weiteren Schritt zur Vertiefung dieser nicht nur musikalischen Freundschaft" erwiderte Wolfgang Stöger als Vorstand der Musikkapelle Rieden. Mit einem Ständchen und dem Austausch der Geschenke, die Riedener hatten fünf Kisten bayerisches Bier und ein großes Stück Emmentaler mitgebracht, ging der erste Tag mit einem gemeinsamen Essen zu Ende.
Mit einer Serenade der Riedener Musikanten und einem Auftritt der Alphornbläser auf den Marktplatz begann der zweite Tag, an dem Vorstand Stöger den „Apfelorden“, die Gegend um Avermes ist Apfelanbaugebiet, als Dank für die Völker verbindende Freundschaft geehrt wurde. Nach einer gemeinsamen Musikprobe fand am Abend das große Konzert in der Stadthalle zusammen mit der "Lyre Avermoise“ vor rund 200 Zuhörern statt. Die Bühne war mit Blumen und den Flaggen Frankreichs, Deutschlands und der Europäischen Union geschmückt. Nach dem Auftritt der heimischen, rund sechzig Musiker starken, Konzertkapelle war die Musikkapelle Rieden unter ihrer Dirigentin Herta Greif mit ihrem Programm und mit Stücken wie "Daheim in Böhmen“, Young Live“ mit starkem Applaus begleiteter gemeinsamer Auftritt. Emilie Forest, Präsidentin der “Lyre Avermoise“, wünschte sich zum Ende des Abends, der wieder mit einem gemeinsamen Essen schloss, dankte dafür, „dass ihr die lange Reise zu uns gemacht habt“ und wünschte sich „eine weitere gute Zukunft“ zwischen den beiden Musikvereinigungen und Bürgermeister Denizot betonte kurz vor der Abfahrt am Sonntag: „Ihr seid immer bei uns willkommen und es war schön, die Musik mit euch zu teilen“. Müde aber voll von den gewonnenen neuen Eindrücken kam die Truppe um Mitternacht nach rund zehn Stunden Fahrt wieder im heimatlichen Rieden an.    Text: Uwe Claus