Frühjahrskonzert 2007

Dirigent Herbert Stöger mit sicherer Stabführung.
Herbert Schubert dirigiert Jugendkapelle.
Ein von viel Beifall begleitetes Frühjahrskonzert präsentierte die Musikkapelle Rieden.
Ehrung und Urkunden für engagierte Musikerinnen durch Bezirksleiter Gottfried Groß (rechts) und Vorstand Wolfgang Stöger: (von links) Herta Stöger, Irina Reuter und Anna Helmer.
Besuch aus der Schweiz beim Konzert: Eine Delegation der Musikkapelle aus Zürich-Höngg mit Tobias Suter und Thomas Spengler (von rechts) überreichte Vorstand Wolfgang Stöger, hier zusammen mit der Moderatorin des Abends; Regina Göttinger, einige Flaschen heimischen Weines und eine CD ihrer Kapelle, die an Christi Himmelfahrt (17. Mai 2007) in einem Konzert zusammen mit den Riedern im „Haus am Kalkofen“ auftreten wird.

Haus am Kalkofen bis auf den letzten Platz besetzt.

 

 

Rieden a. F. (cl). Groß war der Andrang beim Frühjahrskonzert der Musikkapelle Rieden am Samstagabend im „Haus am Kalkofen“. Zusätzlich aufgestellte Stühle sorgten dafür, dass die gut 300 Musikfreunde in der Halle Platz fanden und sie waren auch der Beweis dafür, dass sich die Blasmusik in unseren Breiten einer großen Anhängerschaft erfreut.

Und so konnte Dirigent Herbert Stöger vor seinen 41 Musikern, darunter 16 Damen, als musikalisches Entree den Taktstock zur "Wittelsbacher Fanfare" von Georg Fürst heben. Mit Charme und gewohnter Souveränität führte dann Regina Göttinger als Moderatorin durch den Abend und sie hatte zu jedem Stück die entsprechenden Erklärungen und manchmal auch Hintergründe parat. Mit der anspruchsvollen Ouvertüre aus der tragischen Oper "Norma" des italienischen Komponisten Vincenzo Bellini stellte die Kapelle die Bandbreite ihres Könnens unter Beweis. Bei dem Stück hatten Flöten und Klarinetten eine tragende Rolle und rasche Tempiwechsel mit einem fulminanten Schlussakkord forderten volle Konzentration von allen Mitwirkenden. Ein Melodienreigen im Dreivierteltakt folgte mit dem Konzertwalzer "Sagen aus Alt-Innsbruck" von Sepp Danzer, dessen Kompositionen aus dem Nachbarland Tirol immer ein Glanzpunkt echter Blasmusik im Programm der Musikkapellen ist. Fließende Übergänge vermittelten auch etwas von der österreichischen Mentalität, steht doch dort letztendlich auch die Wiege des Walzers. Die Polka "Ewige Freundschaft" von Elmar Eggerl nahm Moderatorin Göttinger zum Anlass, sich bei den „wichtigen und guten Musikfreunden“ von auswärts zu bedanken, "die unsere Kapelle immer wieder füllen und verstärken und dies ohne Gage - lediglich aus Liebe zur Musik und der Freude am Spielen". So kamen Herbert Schubert aus Roßhaupten, Florian Kattler aus Weißensee, Andreas Greif aus Bad Heilbrunn und der zur Zeit Musik studierende Dirigentensohn Anton Stöger aus Hannover. Das Stück selbst verdeutlichte die Lockerheit der Polka, die sich so leicht anhört und anfühlt, dass sie zu den selbstverständlichen Paradestücken an so einem Abend gehört.

Der Bezirksleiter des Allgäu - Schwäbischen Musikbundes (ASM), Gottfried Groß, nahm die Ehrung einige Musikerinnen zum Anlass, die Blasmusik als Teil des kulturellen Lebens in Bayern hervorzuheben. "Dieses wertvolle Gut gilt es zu bewahren, denn es ist, als Quelle der Fröhlichkeit, ein Teil unserer Heimat". Er überreichte Herta Stöger, die beim Solo/Duo-Wettbewerb in Lindenberg für ihre Darbietung mit 97 Punkten einen "Ausgezeichneten Erfolg" so wie Irina Reuter, die beim selben Wettbewerb 88 Punkte und einen "Sehr gutem Erfolg" erreicht hatten, die Anerkennungsurkunden. Weiter wurde Anna Helmer vier ihr zehnjähriges Engagement im Ehrenamt mit der Ehrennadel des ASM ausgezeichnet. Dem ersten Teil des Konzertes beschloss ein zünftiger Konzertmarsch, „Mit vollen Segeln" von Klaus Strobl.

Der Jugendkapelle Rieden - Hopfen am See war der Einstieg in den zweiten Teil dieses Abends vorbehalten. Die Leitung hatte Bezirksjugendleiter Herbert Schubert übernommen, der den verhinderten Arno Hirschka vertrat. Mit "Barocco" und der "Blue Overture“ spielten es zieht zwei Stücke mit klassischem Charakter aber im modernen Stil. Dafür gab es viel Beifall und Jugendmoderatorin Felicitas Lutz verriet gleich, dass man mit dem "Tiger Rag“ natürlich eine Zugabe parat hatte. Zugleich verwies sie auf das Datum 6.Mai 2007, wo um 10:30 Uhr im “Haus am Kalkofen“ ein Jugendkonzert stattfindet.

Die moderne Ausführung einer Rhapsodie bekamen die Zuhörer mit der „Bohemian Rhapsody" von Freddy Mercury zu Gehör. Dies war der Beginn des zweiten Teils der Aktiven und mit Pfiff und Raffinesse kamen damit Stücke " jenseits von Marsch und Polka" auf die musikalische Bühne. Es folgte Filmmusik aus Walt Disneys „König der Löwen“, mit der die Kapelle das Geheimnis der afrikanischen Steppen musikalisch vermittelte. Zig-fach gespielt und gehört, doch wegen ihrem Abwechslungsreichtum und vielen Rhythmuswechseln immer wieder guter anzuhören, waren die Musikerinnen und Musiker, besonders beim furiosen musikalischen Endspurt, jeder Einzelne gefordert. "Fluch der Karibik" oder "Pirates Of The Caribbean“ war das nächste Stück, hatte nichts mit einer erholsamen Urlaubsreise zu tun, sondern Komponist Klaus Badelt hatte eine wilde Piratengeschichte in Musik umgewandelt. Beim Anhören dieser atemberaubenden, beängstigende an, angriffslustigen und feurigen Melodienfolge konnte man vieles hineininterpretieren: Piratenromantik, Seemannsbräute und vielleicht auch ein bisschen „Klabautermann“ – ein „Soundtrack-Highlight“ der besonderen Güte und vor Jahrzehnten als Stück einer Blaskapelle undenkbar. Mit dem Marsch "Abschied der Gladiatoren" endete ein Abend, an dem die Interpreten dem voll besetzten Saal viel Freude bereiteten und für den sie auch ihren verdienten Beifall bekamen. Mit den beiden Zugaben "Prager Gassen", eine Polka von Jaroslav Zeman und dem allseits bekannten und beliebten „Fliegermarsch" von Hermann Dostal endete abwechslungsreiche Vorstellung mit vielen musikalischen Höhepunkten.

Text/Bild Uwe Claus