Filialkirche „St.Urban“

Lage: Südlich des Ortes auf freiem Feld an der B 16, umgeben von dem 1533 angelegten, heute noch benützten Friedhof.

 

Geschichte: Angenommen wird die Erbauung im 15. Jahrhundert durch die Mönche aus dem Kloster St.Mang in Füssen. Manche Quellen vermuten die Errichtung schon im 13. oder 14. Jahrhundert.

 

Auch die größere der beiden Glocken, hier ist der Name Maria lesbar, soll aus dieser Zeit stammen. Die kleine Glocke goss Johann Schirmeister in Kempten 1668.

 

Der mächtige quadratische Turm, der die Kirche überragt, stammt aus romanischer Zeit und soll mit der alten Heerstraße, der Via Claudia Augusta in Zusammenhang stehen.

 

Bis 1538 gehörte St. Urban zur Stadtpfarrei Füssen. Bischof Christoph von Augsburg weihte sie 1538 zur Pfarrkirche von Rieden.

 

Die Kirche wurde 1734/1735 durch Johann Georg Fischer barockisiert, 1738 durch Weihbischof Johann Jakob Mayr neu geweiht und diente bis 1817 als Pfarrkirche.

 

1958/59 wurde sie restauriert und erhielt statt dem baufälligen Barockgewölbe eine flache Holzdecke.

 

2003 wurde die Eingangstüre erneuert.

 

 

 
Maria Immakulata

 

Innenausstattung: Der marmorierte Holzaufbau des Hochaltares entstand im späten 17. Jahrhundert. Das Altarblatt zwischen den Säulen, Maria Immakulata und der hl. Urban im Auszug stammen von Jg. Schradler, Füssen, 1882.

 

Die Nebenaltäre zeigen rechts den hl. Sebastian im Auszug den hl. Magnus, links den hl. Antonius, im Auszug den hl. Johannes. Sie sind zusammen mit der Kanzel 1730 bis 1740 entstanden.

 

 
Christus als Schmerzensmann

Das Kruzifix rechts und die Holzfigur, die Christus als Schmerzensmann darstellt, stammen aus dem späten 18. Jahrhundert.

 

Einen herben Verlust erlitt die Pfarrei Rieden 1812 durch die Wegnahme des sehr bekannten Riedener Altares aus dem Jahr 1470.

 

Etwa um das Jahr 1700 kamen die Flügel des früheren Hochaltars von St. Mang in Füssen nach St. Urban. In der kunsthistorischen Literatur hat sich aufgrund des Standorts von 1812 der Name „Riedener Altar“ eingebürgert.

 

 

Nach Umwegen ist der Altar heute in der Staatsgalerie des Hohen Schlosses in Füssen zu sehen.